Studentischer Gender Pay Gap

In Nordrhein-Westfalen: geringer als im Bundesdurchschnitt

29. Mai 2018 - Das arbeitspolitisch heiß diskutierte Lohngefälle zwischen Männern und Frauen spielt auch am studentischen Jobmarkt eine Rolle. Aktuellen Zahlen der Studienreihe „Fachkraft 2030“ zufolge liegt hier der sogenannte Gender Pay Gap bei einem bundesweiten Lohnvorteil von 5,1 Prozent auf männlicher Seite. Zum Vergleich die Situation in Nordrhein-Westfalen: Dort fällt der Unterschied mit 3,6 Prozent geringer aus – entspricht Platz 7 auf Ebene der Bundesländer. An der Erhebung in Zusammenarbeit mit der Maastricht University hatten im September 2017 rund 18.000 Personen aus ganz Deutschland teilgenommen.

Der Gender Pay Gap gehört seit Jahren zu den heiß diskutierten Wirtschaftsthemen in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt verdienten Männer 2017 am regulären Arbeitsmarkt rund 21 Prozent mehr als Frauen. Zum Vergleich: Deutlich geringer fällt der Unterschied mit bundesweit 5,1 Prozent auf Ebene von Studentenjobs aus, resultierend aus im Durchschnitt 10,83 Euro Stundenlohn auf männlicher und 10,30 Euro auf weiblicher Seite. Zu diesem Ergebnis kommt die 12. bundesweite Erhebung zur Studienreihe „Fachkraft 2030“, die von Studitemps in Kooperation mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University im September 2017 durchgeführt wurde.

Studentischer Gender Pay Gap in Nordrhein-Westfalen: deutlich unter Bundesdurchschnitt

In Nordrhein-Westfalen verdienen männliche Studierende im Job durchschnittlich 3,6 Prozent mehr als ihre Kommilitoninnen. Damit bewegt sich der studentische Gender Pay Gap dort im bundesweiten Mittelfeld – Platz 7 im Ländervergleich. Dem zugrunde liegt laut Studie „Fachkraft 2030“ ein weiblicher Durchschnittslohn von 10,30 Euro pro Stunde. Entsprechend mehr ist es auf männlicher Seite: im Schnitt 10,67 Euro, ein Unterschied von 37 Cent. „Auch am studentischen Jobmarkt ist der Gender Pay Gap Fakt, er fällt jedoch im Vergleich zum Berufseinstieg eher gering aus – auch mit Blick auf Nordrhein-Westfalen“, fasst Markus Trapp, Temping Director Region Mitte bei Studitemps, zusammen.

Abseits der Lohnrealität wurden die Studierenden in Nordrhein-Westfalen auch gefragt, wie sie die Bezahlung beider Geschlechter bei identischer Tätigkeit subjektiv einschätzen. Konkret: „Glauben Sie, dass bei Ihrem Arbeitgeber weibliche studentische Mitarbeiter anders verdienen als männliche?“ Diesbezüglich gehen gut 91 Prozent der Befragten davon aus, dass beim aktuellen Arbeitgeber geschlechtliche Gehaltsunterschiede keine Rolle spielen. Dagegen betrachten 6,6 Prozent einen Lohnvorteil auf männlicher Seite als sehr wahrscheinlich (weiblich: 8,2 %; männlich: 4,3 %). Einen höheren Lohn aufseiten der weiblichen Studierenden vermuten insgesamt 2,3 Prozent der Teilnehmenden (weiblich: 1,4 %; männlich: 3,6 %).

Gehaltsunterschiede nach studentischen Tätigkeitsfeldern

Bundesweit wurde außerdem ermittelt, wie der studentische Gender Pay Gap hinsichtlich unterschiedlicher Tätigkeitsfelder ausfällt. So ist der Lohnvorteil männlicher Studierender in Bürojobs und dem Feld „Gastronomie / Events“ mit 5,3 Prozent am größten. Es folgen „IT / Software“ und „Marketing / Marktforschung“ mit jeweils 4,7 Prozent. Am geringsten fällt der Lohnunterschied mit 1 Prozent im Tätigkeitsbereich „Logistik / Produktion“ aus.

Weiterführende Informationen: Unter XXX finden Sie ausführliche Ergebnisse zum Thema studentischer Gender Pay Gap – bundesweite und regionalisierte. Ferner ist die Komplettversion der Sonderauswertung „Studentischer Jobmarkt 2018“ auf Anfrage als PDF erhältlich. Neben geschlechtlichen Lohnunterschieden werden hier aus studentischer Perspektive u.a. die Aspekte Mindestlohn und monatliche Mietbelastung thematisiert.