Wohin zieht es Uni-Absolventen?

Seit September 2012 erhebt Studitemps, Deutschlands größter Personaldienstleister speziell für Studenten, zusammen mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University, jeweils zum Anfang des Uni-Semesters die “Fachkraft 2030”-Studie (ehemals “Fachkraft 2020”). Hier werden Studierende und Absolventen zu allen Themen rund um das studentische Leben befragt – von Lohnunterschieden bei Hochschulabsolventen, beruflichen Chancen und Wünschen bis zur Zukunftsplanung der Studierenden. Bis heute nahmen an den bundesweiten Befragungen über 280.000 Personen teil.

Eine neue Sonderauswertung der “Fachkraft 2030 Studie”, an der 18.700 Studenten und Absolventen teilgenommen haben, zeigt:

  • Beim Übergang von der Hochschule zur Erwerbstätigkeit gibt es große Wanderungsbewegungen der Uni-Absolventen
  • Besonders beliebt bei den jungen Akademikern sind Hamburg, Berlin und Bayern
  • Vor allem aus den neuen Bundesländern wandern mehr Absolventen ab als zuwandern. Dort wollen also deutlich weniger Absolventen arbeiten, als das Land ausgebildet hat. Größter Verlierer ist Sachsen-Anhalt mit einem Saldo von -64,0 %

Die Gewinner-Länder haben durch die Migrationsbewegungen enorme finanzielle Vorteile. Studitemps hat errechnet: Hamburg beispielsweise erhält indirekt 1,1 Milliarden Euro jährlich von anderen Bundesländern, denn in das Land wollen über 170.000 Absolventen ziehen, für deren Ausbildung andere Bundesländer gezahlt haben.

Am Übergang von Hochschule zu Beruf stellen sich im Leben junger Absolventen wichtige Weichen. Wo will man zukünftig leben? Wo arbeiten? Und wo möglicherweise eine Familie gründen? Diese Fragen hat Studitemps, Personaldiestleister und monatlich Arbeitgeber für 7.000 Studenten, in Zusammenarbeit mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University, 18.700 Studenten und Absolventen gestellt. Das Ergebnis: Nur Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg können am Übergang von der Hochschule in den Berufseinstieg mit einem positiven Wanderungs-Saldo rechnen.

Diese Länder erhalten mehr Absolventen, als sie Studenten ausgebildet haben:

  1. Hamburg                        + 159,6 %
  2. Berlin                              + 78,4 %
  3. Bayern                            + 10,3 %
  4. Baden Württemberg     + 7,2 %

Für Hamburg steht bspw. ein Saldo von knapp 160 %. Das bedeutet, dass auf 100 Hamburger Studenten 260 Absolventen kommen, die nach dem Abschluss in Hamburg bleiben, oder aus anderen Bundesländern nach Hamburg ziehen. Die anderen 12 Bundesländer bilden mehr Studenten aus, als sie Absolventen anziehen bzw. im Land halten. Unter den letzten vier Plätzen finden sich drei neue Bundesländer.

Diese Länder bilden das Schlusslicht:

  1. Sachsen-Anhalt            – 64,0 %
  2. Brandenburg                – 57,1 %
  3. Thüringen                     – 49,0 %
  4. Rheinland-Pfalz           – 40,1 %

Beispielrechnung: Für Hamburg steht ein Saldo von knapp 160 %. Das bedeutet, dass auf 100 Studenten, die in Hamburg ausgebildet wurden, 260 Absolventen kommen, die nach einem Studienabschluss nach Hamburg ziehen oder dort bleiben.

Ausbildungskosten: Neue Bundesländer zahlen für Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg

“Aus der Studie ziehen wir zwei Schlüsse. Der Osten verliert massiv Absolventen, während Stadtstaaten und wirtschaftlich ohnehin starke Regionen gewinnen. Und: Die Wanderungsbewegungen ziehen einen indirekten Länderfinanzausgleich mit sich. Jeder Student, der in einem Bundesland ausgebildet wird, kostet das Land auch Geld. Jeder Absolvent, der nicht am Ausbildungsort bleibt, sondern in ein anderes Bundesland wechselt, überträgt damit in ihn investierte Bildungskosten. Hamburg macht dabei ein Plus von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Sachsen-Anhalt investiert auf diesem Weg jährlich knapp 304 Millionen Euro, die anderen Länder zu Gute kommen”, erklärt Eckhard Köhn, CEO des Personaldienstleisters Studitemps, der sich auf Studentenjobs spezialisiert hat.

 

Rechnung: Ausgaben des Bundeslandes pro Studierenden x Anzahl der Studierenden x Wanderungssaldo

“Unternehmen und Länder müssen Studierende früh in den Arbeitsmarkt integrieren”

Um die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften zu verhindern, empfiehlt Eckhard Köhn von Studitemps, Studierende schon frühzeitig an den regionalen Arbeitsmarkt zu binden:

“Unternehmen und Länder müssen um die zukünftigen Fachkräfte werben, wenn sich diese noch in der Ausbildung befinden. Angebote für Absolventen sind wichtig, gleichzeitig müssen aber auch die Studierenden schon früh an eine Region gebunden werden. Das klappt durch attraktive und studiennahe Studentenjobs, die bereits Aufstiegschancen bieten, und durch frühzeitige Übernahmeangebote für zukünftige Absolventen. Dafür ist Studitemps ein starker Ansprechpartner. Als Arbeitgeber für monatlich 7.000 Studierende und Partner von bisher über 5000 Unternehmen, wissen wir, was Arbeitgeber bieten müssen, um Studierende und Absolventen langfristig zu halten.”

Unternehmen setzen dafür zunehmend auf studentische Zeitarbeit und Studitemps als Experten, mit über 10 Jahren Erfahrung im Markt. Hierbei zeichnet sich ein Trend ab:  

Unternehmen fragen bei Studitemps vermehrt nach Studenten, die fachnah arbeiten möchten, also mit Bezug zu ihrem Studienfach. Das nehmen die Studenten dankend an. Über Studitemps können sie mittels Zeitarbeitsverträgen zunächst auf eine bestimmte Dauer in ein Unternehmen hineinschauen und auch mehrere Stationen und Möglichkeiten ausprobieren. Passt es dann zwischen Unternehmen und Studenten,  werden direkt Angebote zu festen Anstellungen und Übernahmen nach dem Studium geboten. Dieses Vorgehen bietet beiden Seiten enorme Sicherheit und Planbarkeit. Gleichzeitig werden junge Talente damit frühzeitig in ein Unternehmen und eine Region eingebunden.

Rückblick: Trend der studentischen Migration

Seit 2013 können sich dieselben vier Bundesländer über den größten Zuzug von Absolventen freuen und dieselben vier Bundesländer verlieren die meisten Absolventen. Baden Württemberg und Bayern müssen allerdings aufpassen. Sie können sich immer noch über eine Zuwanderung von Absolventen freuen, doch der Vorsprung schrumpft von Jahr zu Jahr. Nach wie vor in den negativen Zahlen, aber mit großen Verbesserungen sind das Saarland (-19,7 %) mit einem Plus von 24,3 % zum Jahr 2013 (-44%) und Bremen (2018: -4,2 %, 2013: -31 %).

 

 

 

Erhebung:

Grundlage der Analyse bilden die 9., 11. und 13. Erhebung der seit 2012 halbjährlich durchgeführten Studierendenbefragung „Fachkraft 2030“. Befragt wurden jeweils zwischen 18.000 und 21.000 Studierende, Exmatrikulierte und Schüler aus ganz Deutschland. Erhoben wurde repräsentativ und online, ausführliche Darstellungen zur Methodik können den bereitgestellten Vollversionen der Studienreihe entnommen werden:

https://studitemps.de/fuer-unternehmen/wissenswertes/fachkraft-2030/

 

Eckhard Köhn, CEO bei Studitemps