Die fünf häufigsten Gesundheitssünden im Job – und wie man ihnen vorbeugen kann

Der moderne Büro-Alltag hat es ordentlich in sich: stundenlanges Sitzen, auf den Bildschirm starren, zu Meetings hetzen und Multitasking betreiben. Dabei kaum frische Luft, oft nur Zeit für einen ungesunden Snack zwischendurch oder den 15-Minuten-Lunch vor dem Bildschirm. Solch Dauerstress geht nicht spurlos am Körper und der Psyche vorbei. Die Folge: Depressionen, Migräneattacken, Rückenschmerzen sowie Magenbeschwerden bis zum Burnout. Dabei gibt es viele Wege, um für ein gesundes und optimales Arbeitsumfeld zu sorgen und auch Chefs und Führungskräfte sind in Puncto Mitarbeitergesundheit aktiv gefragt, um langfristig gute Mitarbeiter für sich zu gewinnen und halten zu können.

Zahl der Krankheitstage steigt

Unter der Woche verbringen die meisten Arbeitnehmer mehr Zeit im Unternehmen als Zuhause mit der Familie oder in der freien Zeit mit Freunden. Trotzdem machen sich nur wenige von ihnen Gedanken dazu, ob ihr Arbeitsplatz überhaupt optimal und gesund für sie ist, fühlen sich nach getaner Arbeit erschöpft und verspannt. Das Ergebnis: die Zahl der Krankheitstage in Deutschland steigt kontinuierlich. Im Durchschnitt waren es rund 19 Tage im vergangenen Jahr 2015. Gerade auch für junge Jobeinsteiger wird der frische Joballtag oft zu einer regelrechten Gesundheitsprobe und der feste Job zu einer Gewichtsfalle.

Gewichtsveränderung-Job

Gesund, fit und leistungsstark bleiben – das will natürlich nicht nur der Arbeitnehmer selbst, auch der Chef erwartet von seinen Mitarbeitern körperliche Fitness und geistige Effizienz. Sich darum zu kümmern halten die meisten Arbeitgeber dennoch für eine private Angelegenheit und sehen sich selten bis gar nicht in der Verantwortung, ihre Angestellten dabei zu unterstützen. Dabei sollte das Thema Mitarbeitergesundheit ein fixer Bestandteil einer guten und nachhaltigen Unternehmenskultur sein. Denn gerade die jungen Absolventen, die auf den Arbeitsmarkt strömen, erwarten echtes Interesse und Unterstützung seitens ihres Arbeitgebers und wollen nicht nur einen Job erledigen.

Der Aspekt des Wohlfühlens ist letztlich entscheidend dafür, ob man seinen Job gut macht oder nicht und wie lange es einen im Unternehmen hält. Gerade deshalb sollten Unternehmen verstärkt darauf setzen, Gesundheitsprogramme einzuführen, seien es gemeinsame Sportaktivitäten nach Feierabend, Zuschüsse für Fitnessstudios und Kurse, aber auch das Einrichten eines ergonomischen Arbeitsplatzes mit ausreichender Arbeitsfläche, rückengerechtem Bürostuhl, geprüftem Bildschirm sowie Lärmschutz, angenehmer Beleuchtung sowie guter Raumtemperatur und genügend frischer Luft.

Die fünf häufigsten Gesundheitssünden im Job

Womit wir auch schon beim Thema Gesundheitssünden im Job wären. In einer aktuellen Erhebung wurden 3.800 Arbeitnehmer befragt, welche Faktoren den größten Einfluss auf ihre Work-Life-Balance haben und welche Gesundheitssünden sie besonders oft im Joballtag begehen. Was dabei herauskam, veranschaulicht die folgende Grafik.

Essverhalten-Job

Ganz oben auf der Liste und somit die größten Probleme für Arbeitnehmer: (1) Mangelnde Bewegung bei sitzenden Berufen, (2) Ausfälle beim Mittagessen sowie generell (3) Schwierigkeiten in Puncto gesunder Ernährung am Arbeitsplatz. Dabei haben viele Arbeitnehmer im privaten Bereich oft einen deutlich gesünderen Lifestyle als auf der Arbeit. Hier bewirken mehrere Faktoren schlechte Angewohnheiten, z.B ein Snack-Automat mit Süßigkeiten oder Soft Drinks, der schon bei kleineren Tiefs herhalten muss. Hastiges Essen vor dem PC, weil man Zeitdruck hat oder gar kein Essen, weil man sich nicht die Zeit nimmt. Aber auch die Kollegen selbst können einen schlechten Einfluss auf Ernährungsgewohnheiten haben, wenn ihre Mittagspause vorrangig aus Currywurst/Pommes besteht und man sich von ihnen zu oft überreden lässt mitzukommen.

Erste Hilfe für mehr Wohlfühlen im Job

Wer als Büromensch den ganzen Tag sitzt und auf den Bildschirm starrt, der sollte gerade darauf achten, dass er nicht aus der Balance kommt. Im Idealfall bietet der Arbeitgeber gesunde Alternativen zu zuckerlastigen Riegeln und Soft Drinks an. Wer Obst und gesunde Getränke, aber auch Wasser, Tee und guten Kaffee bereitstellt, der kann schon mal mit fitteren Mitarbeitern rechnen. Auch das Animieren zu sportlichen Aktivitäten wie beispielsweise gemeinsamen Lauftreffs nach der Arbeit stärkt das Wir-Gefühl und wirkt dem Bewegungsmangel entgegen. Ansonsten ist jeder selbst gefragt, aktiv zu werden und seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Setzen Sie daher auf möglichst viel Bewegung neben dem Büroalltag, denn wer sich zu wenig bewegt, der hat ein erhöhtes Risiko an Herz- und Kreislauferkrankungen oder Diabetes zu erkranken.

Wer nur 15 – 20 Minuten Fußweg zur Arbeit hat, der kann auch gut laufen, statt mit dem Auto zu fahren. Die Umwelt freut sich ebenfalls darüber. Auch die Mittagspause sollte nicht nur zwingend als wohlverdiente Erholung angesehen werden, sondern ist ideal geeignet, um einen kleinen Spaziergang zu machen, frische Luft und Sonnenlicht zu tanken und sich ein wenig zu strecken. Hauptsache weg vom Schreibtisch, dem PC und Handy! Sie wollen in der Mittagspause Sport machen? Fragen Sie Ihren Chef, ob Sie diese verlängern dürfen und dann abends die halbe Stunde länger bleiben.

Die Sache mit der gesunden Ernährung ist neben mangelnder Bewegung ein weiteres Problem für viele Arbeitnehmer. Gibt es keine Kantine oder abwechslungsreiche Essensmöglichkeiten in der Nähe, kann es schon mal schwierig werden. Wer sein Frühstück oder das Mittagessen ausfallen lässt, der kann mit einem ordentlichen Tief am Nachmittag rechnen, das oftmals mit einem ungesunden Schokoriegel oder anderer Zuckerbombe kompensiert wird. Unangenehme Heißhungerattacken am Abend sind dann ebenfalls vorprogrammiert. Und weil man nach der Arbeit so schlapp ist, hat man keine Zeit, um gesund einkaufen zu gehen und stattet der Dönerbude wieder einen Besuch ab. Ein ziemlich schlechter Kreislauf für die eigene Gesundheit. Eine gute Planung ist also unerlässlich, wenn man sich auf der Arbeit mit Gesundem versorgen will. Wer sich einige Portionen Obst und Gemüse oder einen Joghurt einpackt, der hat schon mal etwas Gutes parat, falls es mal länger dauern sollte.

Tipps für den gesunden Arbeitsplatz:

Für die körperliche Gesundheit

Licht: Sorgen Sie für ausreichend Tageslicht und eine gute Ausleuchtung Ihres Arbeitsplatzes. Ihre Augen und Ihr Energielevel werden es Ihnen danken!

Luft: Regelmäßiges Lüften bringt nicht nur einen Frischekick, sondern beugt auch Krankheiten vor. Klimaluft sollte vermieden werden, wenn offene Fenster genug frische Luft in den Raum bringen, da sie die Schleimhäute austrocknet und schnell für Erkältungen sorgt.

Bewegung: Wer viel sitzt, der muss für genügend Bewegung sorgen. Gehen Sie doch kurz zum Kollegen statt ihm eine Mail zu schreiben. Wer die Mittagspause nach Draußen verlagert, der fühlt sich nachmittags auch nicht mehr so schnell schlapp.

Gesunde Ernährung: Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Sorgen Sie dafür, dass Sie in Ruhe frühstücken und Mittagessen zu sich nehmen können und machen einen großen Bogen um den Snackautomaten.

Lautstärke: Ein konstant hoher Geräuschpegel am Arbeitsplatz führt zu Konzentrationsschwierigkeiten und ist eine Belastung für Mitarbeiter. Sind Kollegen dauerhaft laut, sollten diese darauf angesprochen werden.

Für die seelische Gesundheit

Konflikte lösen: Schwelende Konflikte belasten nicht nur die Stimmung im Büro, sondern führen über kurz oder lang auch zu psychischen Problemen. Auch wenn es zunächst schwer fallen mag, sprechen Sie Konflikte zeitnah mit Kollegen oder dem Chef ab. Nur so können Sie weiter produktiv sein.

Hektik vermeiden: Hektik ist der Stressor Nummer 1 auf der Arbeit und kann der Gesundheit erheblichen Schaden zufügen. Damit es nicht zu Überlastungen kommt, weil zum Beispiel Aufgaben unfair verteilt sind, sollte man im Team und mit der Führungskraft zusammen nach Wegen suchen, um den Stress für alle zu reduzieren.

Umgangston: Ein freundlicher Umgangston sollte unter Kollegen eine Selbstverständlichkeit sein. Leider gibt es aber immer wieder auch Ausnahmefälle. Kollegen, die sich dauerhaft im Ton vergreifen, sollte man mit ihrer Art konfrontieren.

Entlastung: Ist ein Kollege stark überlastet, man selbst aber gerade weniger beansprucht, sollte man seine Hilfe anbieten. Wer anderen hilft, der kommt nicht nur gut an, sondern sorgt für ein gutes Arbeitsklima und darf sich selbst über Entlastung freuen, wenn es mal bei ihm brennt.

Sozialer Austausch: Bei all den Aufgaben, die man auf der Arbeit zu bewältigen hat, sollte die Zeit für einen regelmäßigen Austausch mit Kollegen und dem Team nicht zu kurz kommen. Erkundigen Sie sich, wie das Wochenende war und nutzen Sie die Kaffee- oder Mittagspause, um die Beziehungen auf der Arbeit zu pflegen.

Essverhalten-Job

Studitemps Fazit: Gesundheit und körperliche Fitness ist in erster Linie Sache eines jeden Einzelnen. Dennoch sollten Chefs und Führungskräfte auch im Unternehmen ein Bewusstsein dafür schaffen. Wer seine Angestellten bei ihren Bemühungen um einen gesunden Arbeitsplatz unterstützt, der steigert auch automatisch die Mitarbeiterzufriedenheit und profitiert im Endeffekt davon, wenn Mitarbeiter, fit, gesund und produktiv sind. Es gibt weniger Krankheitsfälle und auch das Arbeitsklima ist besser. Wer Gesundheitsprogramme fix in seiner Unternehmenskultur verankert, der wird sich langfristig über einen guten Ruf am Arbeitsmarkt freuen können.