Und am Nachmittag wird Geld verdient – Studenten und der Nebenjob

Dass Studierende in den Semesterferien Zeit haben zu arbeiten, dürfte allgemein bekannt sein. Entsprechend häufig nehmen Unternehmen ihre Dienste nun in Anspruch, oftmals sogar in Vollzeit. Doch wie sieht es mit dem Jobben im laufenden Semester aus, wenn bei vielen das Studium im Vordergrund steht? Welche Zeitfenster sind besonders günstig – und welche nicht? Antworten hierzu liefert die Studienreihe „Fachkraft 2020“, die Studitemps seit 2012 in wissenschaftlicher Kooperation mit der Maastricht University durchführt. Die vorliegenden Daten wurden für das Sommersemester 2014 erhoben, und gefragt wurde kurz und knapp, wann im laufenden Semester gearbeitet wurde.

Im Resultat entstand eine Art Wochenarbeitsplan, in den sich bundesweit etwa 20.000 Hochschülerinnen und Hochschüler eingetragen haben. Die folgende Grafik gibt die Durchschnittswerte dieser Stichprobe wieder. Und siehe da: Trotz Vorlesungen und Lernaufwand wird jede Menge Zeit fürs Jobben freigeschaufelt – morgens, mittags, abends und in Teilen sogar nachts.

Studentische Arbeit

Die studentische Hauptarbeitszeit: Zunächst zeigt sich, dass die “Kernarbeitszeit” der Studierenden in Deutschland zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr liegt – mit schwankenden Intensitäten natürlich im Tages- und Wochenverlauf. Als Hauptarbeitstage erwiesen sich Freitag und Samstag, gefolgt vom Montag. Erwartungsgemäß stellte sich zudem heraus, dass an den Hochschul-Kerntagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag („Di-Mi-Do“) etwas weniger Zeit in den Job investiert wird.

Generell gehört vor allem der Nachmittag der Arbeit, aber auch am frühen Abend wird den vorliegenden Zahlen zufolge fleißig Geld verdient. Den höchsten Stellenwert hat dabei das Zeitfenster von 14.00 bis 17.00 Uhr, in dem wochentags mindestens 22 Prozent (mittwochs) und maximal 28 Prozent (freitags) aller Studierenden mit einem Job am Arbeitsplatz waren. Sogar sonntags wurden hier 14 Prozent erreicht. Als zweitwichtigstes Zeitfenster erwies sich der Korridor von 17.00 bis 20.00 Uhr mit einer maximalen Jobpartizipation von 27 Prozent – jeweils freitags und samstags.

Bezogen auf ganze Tage liegt der Samstag in Front, hier arbeiten Studierende am meisten. Zum einen, weil zum Start ins Wochenende auch in den frühen Nacht- und Morgenstunden ein recht hohes Arbeitsaufkommen festzustellen ist (7 %). Zum anderen, weil samstags auch im weiteren Tagesverlauf Höchstwerte erreicht werden. So sind es im Zeitfenster von 11.00 bis 14.00 Uhr etwa 24 Prozent und am fortgeschrittenen Abend zwischen 20.00 und 24.00 Uhr rund 19 Prozent, die einer Tätigkeit nachgehen.

Vergleich Semesterferien vs. laufendes Semester: Bleibt noch der Blick auf die Gesamtzahl der wöchentlichen Arbeitstage – getrennt nach Semesterferien und Vorlesungszeit, getrennt nach Vollzeit und Teilzeit, getrennt nach Bundesländern. Hier einige Ergebnisse im Überblick:

  • Studierende aus Mecklenburg-Vorpommern gingen im laufenden Semester 2014 bundesweit am häufigsten zur Arbeit, an exakt 3,5 Tagen. Anders die Situation in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, wo lediglich 2,8 Tage zu Buche stehen. Minimum im Ländervergleich!
  • In den Semesterferien wurde in Sachsen-Anhalt wöchentlich an 3,8 Tagen gearbeitet (Maximum) und an lediglich 2,8 Tagen im Saarland (Minimum).
  • Die meisten Vollzeit-Arbeitstage des laufenden Semesters gab es mit durchschnittlich 1,9 erneut in Mecklenburg-Vorpommern, die wenigsten mit 1,4 in Baden-Württemberg.
  • Und schließlich die Vollzeit-Arbeitstage in den Semesterferien: 2,5 jeweils in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (Maximum) und 1,9 lediglich in Schleswig-Holstein (Minimum).

Arbeiten im Studium

Fazit von Studitemps: Die Untersuchung unserer Studienreihe „Fachkraft 2020“ ergab, dass Unternehmen auch im laufenden Semester zu (fast) jeder Tageszeit auf Studenten bauen können. Sicherlich: Es gibt präferierte Tage und Zeitfenster – nachmittags/abends sowie freitags/samstags. Vor allem aber ist festzuhalten, dass es absolute „No-go-Zeiten“ quasi nicht gibt – nicht am Sonntag, nicht am Dienstag und erst recht nicht am Samstag. Damit zeigt sich, wie flexibel und zuverlässig Studierende am Arbeitsmarkt auch im laufenden Semester eingesetzt werden können. Gut zu wissen für die anstehende Personalplanung.