Warum ein Sabbatical eine super Erfahrung ist – Ein Interview mit unserer Recruiting Managerin

In der vergangenen Woche haben wir über das Sabbatical geschrieben und Tipps gegeben, wie man es umsetzen kann. Zusätzlich haben wir mit Ania Smolka, Recruiting Manager bei Studitemps, über ihre dreimonatige Auszeit vom Joballtag gesprochen und ihr dabei ein paar Fragen gestellt, wie man ein Sabbatical gut vorbereitet und worauf man noch achten sollte. Hier kommen ihre Tipps und Erfahrungen. 

Du warst Anfang 2016 für drei Monate verreist. Was waren deine Gründe für eine solche Auszeit?

Ich arbeite seit nun schon vier einhalb Jahren bei Studitemps. Erst als Trainee, zwischendurch als On-Site-Manager und nun schon länger als Recruiting Manager. Ich bin direkt nach meinem Abschluss in den Job eingestiegen und habe auch die anstrengenden Anfänge des Unternehmens miterlebt, als es quasi noch ein Start-Up war. Zwischen Studium und Job hatte ich also nie eine richtige Pause gehabt und es gab schon seit Längerem den Wunsch, auch mal länger als für zwei bis drei Wochen nur in Urlaub zu fahren, sondern mal wieder richtige Freiheit zu haben und den Kopf ordentlich frei zu bekommen. Da man als Jobanfänger meist auch nicht über genug Ersparnisse verfügt, war mir klar, dass nach ein paar Jahren im Job die Chance dafür besser wäre. Ich wollte damit jetzt aber auch nicht zu lange warten.

Wie hast du deine Auszeit geplant? Und wie hat dein Arbeitgeber auf deinen Wunsch reagiert?

Ich bin zuerst mit der Bitte bzw. Idee an meine direkten Vorgesetzten herangetreten und diese haben sich sehr positiv über meinen Wunsch geäußert. Diese Bitte haben sie dann an die Geschäftsführung herangetragen, die sich erstmal dazu abgesprochen hat. Da zuvor keiner im Unternehmen eine solche Auszeit genommen hatte, gab es auch keine Regeln oder Bestimmungen, wie man das machen kann. Ich habe mir aber im Vorfeld ein Konzept überlegt, wie meine Vertretung in der Zeit organisiert werden könnte. Glücklicherweise hatten sich in der Zeit ohnehin einige Dinge im Unternehmen umstrukturiert, sodass niemand mit meinen Aufgaben belastet werden sollte während ich weg war. Außerdem habe ich die Reise bewusst auf das erste Quartal gelegt, da dieses in der Regel das ruhigste im Jahr ist. Letztlich habe ich im Oktober das Go bekommen und am 2. Januar saß ich im Flieger Richtung Sri Lanka.

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Das klingt wirklich toll! Hattest du jemals Sorge, dass sich irgendwas nach deiner Rückkehr verändert haben könnte, was nicht so gut für dich wäre?

Nein, die Sorge hatte ich zu keinem Zeitpunkt. Genauso wie mir Vertrauen entgegengebracht wurde, habe ich auch darauf vertraut, dass ich nach der Auszeit wieder ganz normal in meine alte Position zurückkehren kann. Für die drei Monate wurde ich quasi von meinem Vertrag freigestellt und habe eine Auslandsversicherung abgeschlossen. Ich habe auch keinen Extra “Sabbatical-Vertrag” gemacht oder ähnliches. Nach meiner Rückkehr war dann tatsächlich alles wie davor und ich war nach kürzester Zeit wieder voll drin im Joballtag.

Erzähl uns doch ein bisschen mehr zu deiner Auszeit. Wo genau warst du und was hast du so erlebt?

Ich war insgesamt von Januar bis März drei Monate lang auf Reisen. Zuerst bin ich nach Sri Lanka geflogen. Das war für den Start der Reise wirklich super, weil es sich erstmal nach Urlaub anfühlte und ich mich zu allererst endlich entspannen konnte. Außerdem habe ich dort meinen Tauchschein gemacht, das hat super viel Spaß gemacht! Ich hatte übrigens von Deutschland aus nur den Hinflug gebucht, alles andere habe ich dann recht spontan auf der Reise entschieden, ein paar Sachen wollte ich dabei aber auf jeden Fall sehen. Zum Beispiel die Orang-Utans in Sumatra. Meine zweite Station nach Sri Lanka. Danach bin ich nach Thailand, dort habe ich den längsten Aufenthalt meiner Auszeit gehabt. Ich habe dort zum Beispiel eine Woche in einem Schweigekloster verbracht. Das war eine sehr interessante Erfahrung: morgens früh um 4 Uhr aufstehen, nur zwei Mal am Tag etwas essen und sich nur innerhalb des Klosters aufhalten und hauptsächlich zu meditieren, war anfangs schon auch ein wenig eine Herausforderung. In Thailand habe ich auch wieder Zeit für Yoga gehabt und war irgendwann wirklich sehr entspannt. Zum Abschluss meiner Reise ging es nach Japan. Dort habe ich dann mit einem Freund eine Rundreise gemacht. Nach der ganzen Ruhe in der Wochen zuvor war das ein ziemlicher Kulturschock.

Und wie hast du die Auszeit finanziert?

Ich habe mein Erspartes dafür aufgewendet. Meine Wohnung habe ich für die Zwischenzeit vermietet. Ich hatte ja in der Zeit unbezahlten Urlaub, man kann das natürlich auch anders machen, aber für mich war es so am einfachsten und hat einfach gepasst.

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Würdest du also empfehlen ein solches Sabbatical einzulegen?

Auf jeden Fall! Man sollte auch nicht zu lange damit warten, wenn man den Wunsch hat, sondern sich trauen und den Mut aufbringen auch alleine ans andere Ende der Welt zu reisen. Das ist eine große Bereicherung und man erlebt wahnsinnig viel! Bei den Vorbereitungen würde ich nicht allzu streng sein. Man sollte Dinge auch spontan machen, wenn man weg ist und so die Freizeit beziehungsweise Freiheit auch wirklich auskosten.

Ich würde es auf jeden Fall wieder machen, aber es hängt natürlich auch immer von der Position ab, in der man ist und ob es möglich ist. Ich hatte auch das Glück, dass ich meinen Job nicht kündigen musste, um soetwas machen zu können. Das ist schon ein großes Plus!

Würdest du denn nochmal solch eine Auszeit machen?

Auf jeden Fall! Aber wann genau, das plane ich derzeit nicht. 

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