Medienbranche bei akademischen Jobeinsteigern sehr beliebt

Bereits im Ranking der vorangegangenen Erhebung der Studienreihe „Fachkraft 2020“ wählten die befragten Studierenden den Mediensektor zur Wunschbranche Nummer 1. Trotz hoher Angst vor postgradueller Arbeitslosigkeit sowie niedriger Gehaltserwartungen strebten 17,1 Prozent der 25.000 Befragten eine Karriere in diesem Bereich an – deutlich mehr als in jeder anderen Branche. Eine aktualisierte Detailanalyse zeigt, was den Reiz der Branche ausmacht.

Zwar kann es die Medienbranche bei der durchschnittlichen Bekanntheit der Top-Arbeitgeber nicht ganz mit den Werten der Lebensmittelsparte (94 %, Rang 1) aufnehmen, erzielt jedoch leicht überdurchschnittliche 76 Prozent – Platz 5 im aktuellen „Fachkraft 2020“-Vergleich der Bekanntheit von zwölf ausgesuchten Branchen. Der Blick auf den unteren Rand der Tabelle zeigt lediglich 22 Prozent und damit Rang 12 beim Maschinen- und Anlagenbau.

In der vorangegangenen Erhebung der “Fachkraft 2020”-Studienreihe im März 2015 wurden 24 Branchen auf ihre Beliebtheit untersucht. Dabei wurden auch die sieben attraktivsten Arbeitgeber jeder Branche identifiziert. Diese stehen im Mittelpunkt der aktuellen Artikelserie.

Die sieben Top-Unternehmen des Mediensektors können als attraktive Arbeitgeber durchschnittlich 44 Prozent der rund 25.000 Befragungsteilnehmerinnen und –teilnehmer überzeugen. Damit liegt die Branche gleichauf mit dem Pharmabereich, der ebenfalls 44 Prozent für sich verbuchen kann. Zum Vergleich: Die Branche mit den unter Studentinnen und Studenten begehrtesten Unternehmen ist die Automobilindustrie mit 62 Prozent, der Telekommunikationssektor erreicht hingegen gerade einmal 25 Prozent.

Erstellt wurde das Ranking auf Basis der Septembererhebung 2015 zur Studienreihe „Fachkraft 2020“. In wissenschaftlicher Kooperation zwischen Studitemps und dem Department of Labour Economics der Maastricht University werden seit 2012 halbjährlich bundesweite Studentenbefragungen durchgeführt. Nächste Erhebung: September 2016.

160405_Studitemps-PR-Branchenartikel-Medienbranche_01-Bekanntheit-und-Arbeitgeberattraktivitaet

Öffentlich-rechtliche Sender liegen bei der Bekanntheit erwartungsgemäß vorn

Die überwiegende Zahl der Studierenden gibt an, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu kennen. ARD und ZDF liegen dabei mit 95 und 94 Prozent fast gleichauf. Mit leichtem Abstand dahinter folgen die Verlagshäuser Cornelsen (78 %) und Axel Springer (77 %). Auch die ProSiebenSat.1 Media (73 %) ist mehr als 70 Prozent der Studentinnen und Studenten bekannt und bekleidet damit Rang 5. Nur 4 Prozentpunkte weniger kann der Bertelsmann Verlag (69 %) auf sich vereinen. Das Schlusslicht bildet der Süddeutsche Verlag mit 50 Prozent – immerhin noch jeder zweite Befragte kennt demnach das Unternehmen.

Cornelsen attraktivster Arbeitgeber der Branche

Fünf der Top-7-Unternehmen liegen bei der Frage nach der Arbeitgeberattraktivität relativ eng beieinander. Die Pole Position belegt der Cornelsen-Verlag (54 %), der damit das ZDF (50 %) auf Rang 2 verweist. Die ProSiebenSat.1 Media schiebt sich mit 49 Prozent vor die ARD (47 %). Und auch Bertelsmann liegt mit 44 Prozent gerade einmal zehn Prozentpunkte hinter dem attraktivsten Arbeitgeber der Branche auf Platz 5. Der Süddeutsche Verlag kann mit 31 Prozent nur den Axel Springer Verlag (29 %) hinter sich lassen.

Maximale Flexibilität ermöglicht den Spagat zwischen Job und Privatleben

Die Medienbranche erreicht bei der Analyse studentischer Jobwahlkriterien überdurchschnittliche Werte in den Kategorien Chancengleichheit / Diversity (76 %), Work-Life-Modelle (74 %) sowie Familienfreundlichkeit (76 %) – drei Kriterien, die der zunehmenden Partizipation von Arbeitnehmerinnen am Arbeitsmarkt Rechnung tragen. Zum einen wollen auch Frauen ihre Karriere forcieren, zum anderen erfordert dieser Umstand ein hohes Maß an Flexibilität von allen Beteiligten. Wie erwartet, kann die Branche hinsichtlich karrierespezifischer Aspekte wie Aufstiegsmöglichkeiten (76 %) oder Ausbildung / Weiterbildung (79 %) eher mäßig punkten.

160405_Studitemps-PR-Branchenartikel-Medienbranche_02-Jobwahlkriterien

Fazit von Studitemps: Obwohl die Medienbranche auch unter Hochschülerinnen und Hochschülern nicht als sichere Bank gilt, wollen viele den Karrierestart nach dem Abschluss dort versuchen. In der Detailanalyse zeigt sich, dass besonders die erwartete Flexibilität den akademischen Nachwuchs lockt. Die Studierenden rechnen mit beweglichen Strukturen, die sich auch mal dem Leben anpassen und nicht umgekehrt. In der Gesamtbetrachtung kann daher nicht von einem sich abzeichnenden Fachkräftemangel im Bereich Medien gesprochen werden. Dennoch ist auch die Attraktivität dieser Branche durchaus steigerungsfähig. Denn wie vorangegangene Ergebnisse von „Fachkraft 2020“ zeigten: Auch andere Aspekte fallen bei der studentischen Karriereplanung ins Gewicht, zum Beispiel die Arbeitsplatzsicherheit oder das Gehalt. Hier ist sicher noch Luft nach oben.

160405_Studitemps-PR-Branchenartikel-Medienbranche_03-Branchenbekanntheit