Maschinenbau: Siemens für Studenten mit Abstand bekanntester Arbeitgeber

Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Top-Arbeitgeber des Maschinen- und Anlagenbaus eher unbekannt – das jedenfalls sagen Studierende und junge Akademiker in Deutschland. Einzige Ausnahme: Siemens. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Studienreihe „Fachkraft 2020“. Doch wie denken die Befragten in beruflicher Hinsicht über das Metier? Nachfolgend die Details.

Mit einem durchschnittlichen Bekanntheitsgrad von 22 Prozent belegen die Top-Arbeitgeber des Maschinen- und Anlagenbaus den 12. und letzten Platz im aktuellen Ranking der Studienreihe „Fachkraft 2020“. Selbst im Vergleich zum auf Rang 11 gelegenen Bereich Chemie (50 %) fällt dieser Wert ausnehmend gering aus. Den Spitzenwert erzielte erwartungsgemäß der Einzelhandel, dessen Top-Arbeitgeber mit einer Quote von 94 Prozent eine flächendeckend hohe Bekanntheit erreichen.

In der vorangegangenen Erhebung der “Fachkraft 2020”-Studienreihe im März 2015 wurden 24 Branchen auf ihre Beliebtheit untersucht. Dabei wurden auch die sieben attraktivsten Arbeitgeber jeder Branche identifiziert.

Bei der Bewertung der Attraktivität potenzieller Arbeitgeber bewegen sich die Top-7-Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus im Mittelfeld. Sie erzielen einen Durchschnitt von 43 Prozent, was Rang 7 im Branchenvergleich gleichkommt. Zur besseren Einordnung: Die unter Studentinnen und Studenten besonders beliebte Automobilindustrie erreicht 62 Prozent (Rang 1), die Telekommunikations-Sparte hingegen lediglich 25 Prozent (Rang 12).

Zur Studienreihe „Fachkraft 2020“: Die Befragungen finden seit September 2012 zweimal jährlich statt, jeweils zu Semesterbeginn, in wissenschaftlicher Kooperation zwischen Studitemps und dem Department of Labour Economics der Maastricht University. Erreicht werden dabei pro Jahr mehr als 40.000 Studentinnen und Studenten. Nächste Erhebung: September 2016.

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Siemens beinahe doppelt so bekannt wie alle anderen zusammen

Die Analyse der Top-7 im Maschinen- und Anlagenbau zeigt: Sechs der Unternehmen erzielen auffallend geringe Bekanntheitswerte. Gleich vier Konzerne kommen lediglich auf Werte im einstelligen Prozentbereich: EDAG (9 %), Kaeser Kompressoren (8 %), GEA Group (7 %) sowie SMS Siemag (7 %). Auch Voith und Ferchau Engineering haben auf den Rängen 2 und 3 mit 12 und 10 Prozent kaum höhere Werte vorweisen. Kumuliert kämen diese sechs Unternehmen auf 53 Prozent und wären damit dennoch nur halb so geläufig wie der Traditionskonzern Siemens, der sich mit 99 Prozent eines nahezu optimalen Ergebnisses erfreuen kann.

Mittlere Werte bei der Frage nach den beliebtesten Arbeitgebern

Das Bild wandelt sich, sobald die Arbeitgeberattraktivität in den Fokus genommen wird. Hier belegt Siemens branchenintern Rang 2, gleichauf mit EDAG. Beide erreichen mit 48 Prozent Zustimmung 11 Prozentpunkte weniger als der erstplatzierte Konzern Voith (59 %). SMS Siemag schiebt sich mit 36 Prozent knapp vor Ferchau Engineering (35 %) sowie die GEA Group (33 %). Als Arbeitgeber am wenigsten begehrt ist aus Sicht der Studierenden das Unternehmen Kaeser Kompressoren (29 %).

Die Branche bietet ein solides Arbeitsumfeld

Der Maschinen- und Anlagenbausektor erreicht bei der Analyse studentischer Jobwahlkriterien hinsichtlich des Aspektes Nachhaltigkeit mit 70 Prozent den Höchstwert im Branchenvergleich. Insgesamt stehen bei fünf von zehn Kriterien überdurchschnittliche Werte zu Buche: Aufstiegsmöglichkeiten (83 %), Ausbildung / Weiterbildung (87 %), Nachhaltigkeit (70 %), Work-Life-Modelle (72 %) sowie Familienfreundlichkeit (78 %). Unterdurchschnittlich bewertet wird lediglich die Social Media Präsenz. Dies kann jedoch mit Blick auf die schlechten Bekanntheitswerte der meisten Unternehmen kaum überraschen.

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Fazit von Studitemps: Der Maschinen- und Anlagenbau ist eher eine Branche für Spezialisten. Daher ist es grundsätzlich nicht verwunderlich, dass das Gros ihrer Unternehmen den meisten Studierenden in Deutschland nicht geläufig ist. Trotzdem könnte der letzte Platz im Branchenvergleich früher oder später zu Problemen bei der Sicherstellung des akademischen Nachwuchses führen. Das Image der Branche ist zwar recht solide, dies dürfte jedoch vor allem dem Branchenriesen Siemens geschuldet sein, der vermutlich das Bild des ganzen Metiers prägt. Zeit für alle anderen, sich Gedanken über konkrete Maßnahmen zur zukünftigen Besetzung akademischer Stellen zu machen.

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