Konsumgüterbranche punktet bei Hochschülern mit Social-Media-Präsenz

Die Konsumgüterindustrie ist als potenzielle Arbeitsumgebung für Hochschülerinnen und Hochschüler durchaus attraktiv. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“. Und obwohl die Branche und ihre Unternehmen hinsichtlich wichtiger studentischer Jobwahlkriterien eher mittelmäßige Ergebnisse erzielen, stimmt vor allem eines: die Bekanntheit. 

Konsumgüter sind ständige Begleiter unseres täglichen Lebens, was einhergeht mit einem hohen Bekanntheitsgrad führender Unternehmen der Branche. Im studentischen Umfeld kommen die Top-7-Unternehmen, die im Rahmen der Studienreihe „Fachkraft 2020“ ermittelt werden konnten, auf eine Bekanntheit von durchschnittlich 90 Prozent. Damit schneiden bei den über 20.000 Befragten lediglich der Einzelhandel (94 %) und die Internet- und IT-Branche (91 %) besser ab. Auf dem letzten Platz des Rankings der insgesamt zwölf untersuchten Branchen findet sich der Maschinen- und Anlagenbau, dessen Top-Arbeitgeber unter jungen Akademikern lediglich einen Bekanntheitsgrad von 22 Prozent für sich verbuchen können.

Infobox: In der vorangegangenen Erhebung der “Fachkraft 2020”-Studienreihe im März 2015 wurden zahlreiche Branchen auf ihre Beliebtheit hin untersucht. Dabei wurden auch die sieben attraktivsten Arbeitgeber jeder Branche identifiziert. Diese stehen im Mittelpunkt der aktuellen Artikelserie.

Auch in Bezug auf die Arbeitgeberattraktivität ihrer Unternehmen kann die Situation in der Konsumgütersparte aus Branchensicht als zufriedenstellend bezeichnet werden. Mit einem Durchschnittswert von 45 Prozent belegen sie Rang 4, hinter den als Arbeitgeber besonders geschätzten Konzernen der Automobilindustrie (62 %), der Internet- und IT-Sparte (56 %) sowie dem Chemiesektor (47 %). Damit stehen sie deutlich besser da als die für Studentinnen und Studenten am wenigsten interessanten Unternehmen des Telekommunikationsbereiches (25 %).

Die Datengrundlage hierzu bildet die Studie „Fachkraft 2020“, die seit 2012 in wissenschaftlicher Kooperation zwischen Studitemps und dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführt wird. Die vorliegenden Ergebnisse gehen auf die Märzerhebung des Jahres 2015 zurück.

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Top-Werte auf den ersten sechs Plätzen

Unter den Top-7 der Branche ist nur Unilever weniger als 90 Prozent der Hochschülerinnen und Hochschüler bekannt – nämlich genau 47 Prozent und somit fast jedem zweiten Befragten. Im Vergleich zu den oberen Plätzen ist dies jedoch ein geringer Wert, denn bereits die Differenz zum nächsthöheren Rang ist mit 43 Prozentpunkten enorm. Dort muss sich Ferrero mit einem Wert von 90 Prozent mit dem sechsten Platz begnügen. 94 Prozent reichen L’Orèal zu Rang 5, und die Unternehmen Coca-Cola, Nestlè und Nike teilen sich mit je 99 Prozent den zweiten Rang. Sie müssen sich lediglich Adidas geschlagen geben – der Konzern erzielt den optimalen Bekanntheitswert von 100 Prozent.

Unilever besonders beliebt

Unilever erreicht zwar das geringste Maß an Bekanntheit, das Bild verändert sich jedoch, wenn die Arbeitgeberattraktivität in den Fokus genommen wird. Für 53 Prozent derjenigen Befragten, denen das Unternehmen geläufig ist, wäre eine Tätigkeit in ebendiesem erstrebenswert. Adidas stellt „nur“ für 52 Prozent der Studierenden eine berufliche Option dar. Ferrero und Nike erreichen hinsichtlich des Aspektes Arbeitgeberattraktivität 49 bzw.48 Prozent Zustimmung, Coca-Cola 42 Prozent. Die Konzerne Nestlè (36 %) und L’Orèal (35 %) sind auf den Rängen 6 und 7 angesiedelt.

Das Image ist durchwachsen

In der Hälfte der Fälle beurteilen die Studierenden zentrale Jobwahlkriterien mit Blick auf die Konsumgüterbranche durchschnittlich. Besonders positiv sticht die Branche aus Sicht der Studierenden in den Kategorien Social Media Präsenz (88 %) und Freizeit- / Sportangebote (76 %) heraus. Bei beiden Werten handelt es sich um die jeweils zweithöchsten im Branchenvergleich. Besonders negativ werden die Aspekte Chancengleichheit / Diversity (70 %) sowie Nachhaltigkeit (43 %) bewertet.

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Fazit von Studitemps: Bei allen karriererelevanten Kriterien kommt der Konsumgüterbereich in der Außendarstellung nicht über durchschnittliche Ergebnisse hinaus. Zwar profitiert die Branche von ihrer immensen Bekanntheit, dennoch dürfte die verhaltene studentische Einschätzung von Aufstiegsmöglichkeiten, Aus- und Weiterbildungs- oder Work-Life-Modellen die Arbeitgeberattraktivität einiger Unternehmen durchaus schmälern.

Die Konsumgüterindustrie steuert unter anderem mit intensiven Social-Media-Aktivitäten dagegen und ist damit scheinbar recht erfolgreich. Es gelingt ihr und ihren Top-Unternehmen damit offenbar, eine für den akademischen Nachwuchs ansprechende Präsenz zu kreieren. Dies gilt natürlich nicht für alle Konzerne gleichermaßen. Der eine oder andere Branchenvertreter täte sicher gut daran, seine Außendarstellung mit Blick auf die Rahmenbedingungen für Einsteigerjobs zu verbessern.

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