Günstig zu haben – und doch motiviert im Job

Studenten finden: Das Gehalt ist zwar wichtig, aber längst nicht alles – wenn der Rahmen stimmt. Aktuelle wissenschaftliche Befunde zeigen, wie sich sparsame Personalplanungen vollends bezahlt machen.

Es ist eine HR-Formel, die zunächst verlockend klingt. Fast zu verlockend. Sie lautet: Strukturelles Investment in Mitarbeiterzufriedenheit ermöglicht signifikante Einsparungen beim Stundenlohn. Aber ist sie auch realisierbar, diese Formel? Und damit anwendbar in der täglichen Personal- und Budgetplanung von Unternehmen? Ja, ist sie – und zwar eindeutig, zeigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, die Studitemps im Rahmen der Studienreihe „Fachkraft 2020“ gewinnen konnte: kooperativ erarbeitet mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University.Infobox

Das Simple daran: Die unternehmerische Umsetzung der „Formel“ beruht auf bis zu 5 konkreten Stellschrauben, deren richtige Justierung angebotene Stellen für studentische Aushilfen auch unabhängig von der Lohnfrage nachweislich attraktiver macht. Um welche Stellschrauben es sich genau handelt, und wie im Einzelnen deren Wirkung aussieht, soll im Zentrum der nun folgenden Bestandsaufnahme stehen.

 

 

Sparfaktor 1: Die ideale Wochenarbeitszeit

Ein zentrales Ergebnis der Befragung besagt, dass Hochschülerinnen und Hochschüler sich bietende Jobgelegenheiten gerade dann als besonders attraktiv ansehen, wenn die anvisierte Arbeitszeit im laufenden Semester bei rund 12 Stunden pro Woche liegt.

Darüber hinaus zeigt die nachfolgend dargestellte Kurve: Von diesem Idealzustand nach unten oder oben abweichende Arbeitsvolumina sind (natürlich) auch möglich, gehen aber zulasten der Jobattraktivität – und erhöhen so automatisch die studentische Lohnvorstellung.

Attraktivität-Nebenjob_1

Sparfaktor 2: Anreisezeit zum Job

Je schneller, desto besser: Studenten schätzen kurze Anfahrtszeiten, wobei Hochschüler in dieser Frage eine tendenziell höhere Toleranz mitbringen als Hochschülerinnen. Zudem ergab die Befragung, dass unternehmerische Spareffekte bei den Anfahrtszeiten linear ausfallen. Bedeutet: Ob 5 statt 10 Minuten Anfahrt oder 25 statt 30 Minuten, der Steigerungsgrad der Jobattraktivität bleibt stets identisch.

Faustformel hierzu: Das finanzielle Äquivalent zu einer zusätzlichen Minute Anfahrt beträgt auf studentischer Seite 15 Cent. Heißt für ihr Unternehmen, dass gezielte Maßnahmen zur wohnortnahen Personalsuche gerade bei der Zielgruppe Student bares Geld sparen.

Attraktivität-Nebenjob_2

Sparfaktor 3: Zeiteinteilung

Zeitliche Flexibilität im Job ist bei Studenten Trumpf, gerade im laufenden Semester. Entsprechend ergab die Befragung, dass maximale Stellenattraktivität bei Hochschülerinnen und Hochschülern dann vorliegt, wenn freie Zeiteinteilung möglich ist. Hiervon abweichende Abstufungen werden im nun folgenden Diagramm dargestellt.

Beispielsweise beträgt das Attraktivitäts-Gefälle zwischen Platz 1 (voll flexibel) und Platz 5 (morgens / nachmittags) rund 14 Prozent. Von Platz 1 bis Rang 11 (Nachtarbeit) sind es sogar 38 Prozent.

Attraktivität-Nebenjob_3

Sparfaktor 4: Die Art der Tätigkeit

Geistige Tätigkeit sticht körperliche: Es ist mitnichten so, dass Studenten körperliches Arbeiten scheuen – aber als attraktiver wird schlicht und ergreifend der Kopfjob angesehen (und damit tendenziell günstiger in der Lohnvorstellung).

Allerdings sind Tätigkeitsprofile mit kombinierten körperlichen und geistigen Komponenten beliebter als Jobs, die entweder komplett ohne geistigen oder körperlichen Anspruch auskommen. Heißt für Sie: Studenten packen am liebsten an, wenn sie dabei ihren Kopf nicht ausschalten müssen.

Sparfaktor 5: Unternehmensimage

Don’t be evil: Studenten nehmen nicht für sich in Anspruch, päpstlicher als der Papst zu sein. Daher reicht ein neutrales/unbestimmtes Image von Unternehmen vollkommen aus, um über inhaltlich-strukturelle Aspekte (s.o) ein hohes Maß an Jobattraktivität zu erreichen.

Aber: Die Befragung ergab auch, dass ein schlechtes Unternehmensimage Studenten in erheblichem Maße davon abschrecken kann, auf vorliegende Stellenangebote einzugehen. Die Kompensation hierfür würde lauten: höherer Gehaltswunsch. Die Unternehmensgröße hingegen ist kein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Nebenjobs. Heißt im Klartext: Ob großes oder kleines Unternehmen, die Jobattraktivität ist für Studierende stets identisch.

Attraktivität-Nebenjob_4

Zur abschließenden Veranschaulichung

Der richtige Einsatz der zuvor beschriebenen Sparfaktoren funktioniert im Studentenbereich bestens: Zum Beweis sehen Sie nebenstehend zwei unterschiedliche Jobofferten, deren Attraktivität von den teilnehmenden Hochschülerinnen und Hochschülern als identisch eingestuft wurde – und zwar trotz der deutlich voneinander abweichenden Grundcharakteristik beider Jobgelegenheiten. Dazu ist abschließend zu sagen: Bundesweit haben hierzu 25.000 Studenten ihre Meinung kundgetan – an den Ergebnissen wird also was dran sein.

JobA_JobB

Unser Tipp für die Urlaubsmonate: Bauen Sie ihre studentischen Kräfte je nach Arbeitsbereich im laufenden Semester kostengünstig in etwa 12-stündiger Wochenteilzeit auf, um in den Semesterferien auf Vollzeit hochfahren zu können. Das Ergebnis: Sie erhalten in studentischen Aushilfen nicht nur clevere Köpfe fürs operative Tagesgeschäft, sondern auch die perfekte Urlaubsvertretung für ihren Mitarbeiterstamm.