Studenten als Bildungsassistenten



Ehrenamtliches Neuland: Junger Absolvent beschert Kölner Schule neuen Webauftritt. Diesmal sind wir zu Gast in der Willy-Brandt-Gesamtschule im Kölner Stadtteil Höhenhaus. Der wuchtige Komplex am Waldrand scheint wie so viele Bildungseinrichtungen der 70er Jahre in erster Linie zweckdienlich konzipiert zu sein. Beton, PVC und Glas als architektonische Antwort auf „Bildung für alle!“, das wohl bekannteste sozialliberale Leitmotiv jener Tage.

Der komm. Schulleiter Dieter Fabisch-Kordt begrüßt uns freundlich, er hat zum Projektgespräch in sein Büro geladen. Länger schon, noch vor seinem Amtsantritt, hatte man sich am WBGS auf die Suche nach Mitteln und Wegen begeben, dem Netzauftritt der Schule einen frischen Anstrich zu gewähren. Mehr noch: Ein neues Portal sollte her. „Frau Knappe, eine junge Kollegin, machte die für das Projekt gegründete AG auf die Möglichkeit der Vermittlung von ehrenamtlichen Helfern durch STUDIS helfen aufmerksam“, schildert Fabisch-Kordt die ersten Schritte. Nach einer kurzen Phase der Prüfung sei die Option durch das Kollegium als erfolgversprechend erachtet worden – der Grundstein für die Zusammenarbeit.



Heute, rund zwei Monate nach Beginn der Arbeit am neuen Webauftritt, wollen wir zweierlei erfahren. Zum einen, welche Früchte die Zusammenarbeit mit Designer Björn Mergemann, dem durch STUDIS helfen vermittelten Akademiker, bis dato trägt. Zum anderen, ob studentisches Ehrenamt in der vorliegenden Form tatsächlich das Zeug hat, sprichwörtlich Schule zu machen. „Im Grunde ja“, lautet hierzu unumwunden die Antwort des Direktors, der sich sicher ist, mit dem Webseiten-Projekt Neuland betreten zu haben. „Natürlich profitieren Schulen schon länger vom gesellschaftlichen Engagement externer Helfer, normalerweise jedoch in einem völlig anderen Kontext. Nachhilfe und Lebensbetreuung beispielsweise.“ Formen des Engagements also, die primär schulischen oder sozial-integrativen Anforderungen Rechnung tragen sollen. Kurz grübelt Fabisch-Kordt, um dann doch dabei zu bleiben: „Nein, von einer derartigen Kooperation habe ich wirklich noch nicht gehört.“

Das vorliegende Projekt wäre womöglich auch für eine kleine Agentur ambitioniert. Zielsetzung ist neben der Programmierung der kompletten Webseite die Implementierung eines ansprechenden Designs – alles aus einer Hand, in relativ kurzer Zeit. „Wir wollen noch vor den großen Ferien online gehen“, lautet Fabisch-Kordts Terminierung. Daher sei es auch in einem ehrenamtlichen Kontext unumgänglich, verbindliche Absprachen zu treffen. „Wir sind im Plan, und das ist nicht selbstverständlich bei einem Projekt solcher Tragweite.“ Indes hat die Suche nach einem geeigneten Kandidaten weniger als drei Wochen gedauert. Über die hauseigene Jobplattform Jobmensa.de hatte STUDIS helfen in Absprache mit der Gesamtschule eine Anzeige geschaltet. Am Ende standen zwei Designer zur Auswahl, und man entschied sich für Björn, wohnhaft in Köln und zeitweise in Leipzig. Er ist auf dem Weg, sich als Designer selbständig zu machen und somit bestrebt, Referenzen für seine berufliche Zukunft zu sammeln.

„Wenn es klappt, ist es für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation“, sagt Fabisch-Kordt. „Wir haben eine tolle Webseite, und Björn erhält einen qualifizierten Projektnachweis samt Nennung im Impressum der Seite. Ich denke und hoffe, dass ihn das weiterbringen wird.“ Und weiterbringen soll die Webseite zukünftig auch die Willy-Brandt-Gesamtschule selbst, primär im Werben um die Schüler der Region. „Unser Einzugsgebiet ist riesig, da bedarf es einfach einer professionellen Internetpräsenz“, ist Fabisch-Kordt überzeugt, „für interessierte Eltern und Schüler, aber auch für Bewerber, die hier auf eine offene Lehrerstelle antreten wollen.“

Wir nehmen mit: Studentisches Ehrenamt kann auch in einem komplexen, technisch und zeitlich ambitionierten Kontext sinnvoll sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Klare Absprachen schaffen Planungssicherheit für den Auf- traggeber, wohingegen die Aussicht auf eine gewichtige berufliche Referenz dem oder der ehrenamtlich Tätigen nicht nur Motivation, sondern auch einen entsprechenden Gegenwert ermöglicht. Win-Win eben, wie der komm. Schulleiter Fabisch-Kordt es nennen würde. STUDIS helfen bedankt sich herzlich für die Einladung der Willy-Brandt-Gesamtschule. Die WBGS bedankt sich bei STUDIS helfen

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