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Start-up: frisches Metier mit hoher Anziehungskraft. Ganz besonders für Absolventen

  14. Juli 2015

Zum Auftakt unserer Artikelserie „Studentische Zielbranchen“ richtet sich der Blick auf einen absoluten Newcomer – den Start-up-Bereich. Basierend auf der Studienreihe „Fachkraft 2020“ konnten die beliebtesten Arbeitgeber, studentische Gehaltsvorstellungen sowie Erwartungen an Jobzufriedenheit und -sicherheit im Detail ermittelt werden. Soviel vorab: Mit Start-ups wird zu rechnen sein, wahrscheinlich nicht zur Freude der Talentscouts anderer Wirtschaftsbereiche.

Wenn man bedenkt, wie relativ neu der Begriff „Start-up“ im deutschen Sprachgebrauch noch ist, fällt die berufliche Beliebtheit der gleichnamigen Branche durchaus überraschend aus. Und zwar im positiven Sinne, denn fast 4 Prozent aller angehenden Hochschulabsolventen zieht es mittlerweile in diesen Bereich.

Im bundesweiten Ranking der Studienreihe „Fachkraft 2020“ bedeutet dies Rang 8, womit die Branche auch klassische akademische Zielpfade wie das Bankwesen, Versicherungen oder selbst den Maschinen- und Anlagenbau teils deutlich hinter sich lässt, quasi aus dem Stand. Die hierfür maßgebliche Datenerhebung fand im März 2015 in Kooperation zwischen STUDITEMPS und dem Department of Labour Economics der Maastricht University statt. Rund 20.000 Studierende haben an der Befragung teilgenommen.

Die Top-5-Arbeitgeber im Start-up-Bereich

Doch wo genau wollen Studierende im Start-up-Bereich am liebsten arbeiten? Der Blick auf die aktuellen Top-5-Wunscharbeitgeber zeigt, dass in regionaler Hinsicht vor allem Berlin angesagt zu sein scheint. Gleich die vier erstplatzierten Unternehmen haben ihren Sitz in der Bundeshauptstadt, allen voran das durch den Online-Organizer namens „Wunderlist“ bekannt gewordene Start-up 6 Wunderkinder. Stattliche 10 Prozent aller Hochschülerinnen und Hochschüler mit beruflichen Ambitionen im Start-up-Bereich würden nach dem Abschluss gerne bei dem Unternehmen anfangen.

Es folgen der Online-Musikdienst SoundCloud, die Plattform Babbel (interaktive Sprachkurse) und das Mode-/Lifestyle-Portal Brands4Friends. Außer Berlin schafft es mit dem Softwareentwickler Goodgame Studios lediglich Hamburg unter die Top-5.

Top-30 Arbeitgeber im Start-up-Bereich

Platz Unternehmen     Wunscharbeitgeber für…* Hauptsitz Markenkern
1. 6 Wunderkinder 9,6 % Berlin Online-Organizer
2. SoundCloud 8,6 % Berlin Online-Musikdienst
3. Babbel 7,6 % Berlin Interaktive Sprachkurse
4. Brands4Friends 4,6 % Berlin Onlineshop Mode
5. Goodgame Studios 4,0 % Hamburg Softwareentwicklung
 6. Gameforge 3,9% Karlsruhe Softwareentwicklung
 7. Dress for less 3,8% Frankfurt Onlineshop Mode
 8. Trivago 3,8% Düsseldorf Reiseplattform
 9. Groupon 3,7% Berlin Gutscheinportal
 10. reBuy 3,3% Berlin Re-Commerce
 11. Rocket Internet 3,2% Berlin Company Builder
 12. Outfittery 2,8% Berlin Onlineshop Mode
 13. Daily Deal 2,4% Berlin Gutscheinportal
 14. Experteer 2,4% München Karriereplattform
 15. InnoGames 2,2% Hamburg Softwareentwicklung
 16. One Football 2,1% Berlin Softwareentwicklung
 17. Lovoo 2,1% Dresden Soziales Netzwerk
 18. Researchgate 2,1% Berlin Soziales Netzwerk
 19. Hotel.de 1,9% Nürnberg Reiseplattform
 20. Bettermarks 1,8% Berlin Online Lernen
 21. Mister Spex 1,6% Berlin Onlineshop Brillen
 22. Bigpoint 1,6% Hamburg Softwareentwicklung
 23. Lieferheld 1,5% Berlin Lieferservice Plattform
 24. Windeln.de 1,5% München Onlineshop Baby
 25. Stylight 1,4% München Shopping Plattform
26. Teamviewer 1,4% Göppingen Online Collaboration
27. Modomoto 1,3% Berlin Onlineshop Mode
28. Käuferportal 1,2% Berlin Lead Generierung
29. Kreditech 1,1% Hamburg Online Kreditmarktplatz
30. Ladenzeile.de 1,1% Berlin Shopping Plattform
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* = Anteil aller Branchen-Interessenten
© STUDITEMPS GmbH/Maastricht University

Branchenvergleich: Kluge Köpfe mit geringer Gehaltserwartung

Die Gehaltsfrage scheint für Studierende auf dem Weg in das Start-up-Metier tendenziell nicht im Vordergrund zu stehen. Der durchschnittliche Wunschlohn beim Jobeinstieg wird hier mit 36.759 Euro angegeben, was im Branchenranking Platz 25 gleichkommt. Der Abstand zum gewünschten Gehaltsniveau im Bereich der erstplatzierten Wirtschafts- und Steuerprüfung (46.859 €) beläuft sich damit auf fast 30 Prozent.

Zudem wird anhand der Datenlage zur Start-up-Branche deutlich, dass gute Leistungen im Studium nicht automatisch hohe Gehaltsforderungen nach sich ziehen. Denn: Mit einem zum Zeitpunkt der Befragung aktuellen Notenschnitt von 2,16 gehören Start-up-Interessenten zu den besten Studierenden überhaupt – Platz 3 im Ranking.

Weitere Vergleichswerte zu anderen Branchen: Die von den Start-up-Interessenten antizipierte Jobzufriedenheit liegt der Erhebung zufolge bei 6,94 von maximal 10 Punkten. Spitzenreiter dieser Kategorie ist die Telekommunikationsbranche mit einem Durchschnittswert von 7,78 (+12 %).

Daneben ist festzuhalten, dass die Chance auf einen insgesamt unproblematischen Berufseinstieg in das Start-up-Metier von studentischer Seite als vergleichsweise schlecht eingestuft wird. So sehen sich rund 35 Prozent der Branchen-Interessenten im Anschluss an das Studium (zunächst) von Arbeitslosigkeit bedroht. Heißt im Klartext: Lediglich im diesbezüglich abgeschlagenen Medien- und Verlagswesen ist mehr Pessimismus zu finden (44 %). Die geringste Angst vor Arbeitslosigkeit liegt mit einem Wert von 21 Prozent hingegen im Maschinen- und Anlagenbau vor.

Viele Interessenten bringen Start-up-Joberfahrung mit

Am meisten fühlen sich angehende Absolventen der Fächer (1) Sozial- und Geisteswissenschaften, (2) Wirtschaftswissenschaften und (3) Erziehungswissenschaften vom Start-up-Metier angezogen. Zudem streben rund 10 Prozent aller Interessenten den beruflichen Einstieg bereits nach dem Bachelorabschluss an. Und gut 27 Prozent der Befragten, die mit dem Metier liebäugeln, können durch studentische Nebenjobs auf konkrete Start-up-Erfahrung verweisen – ein hoher Wert im Vergleich zu anderen Branchen.

Studenten: Erwartungen an Start-ups

Schnellcheck zur Start-up Branche

STUDITEMPS-Fazit: Obwohl die Start-up-Branche bei Fragen zu zentralen Jobkriterien wie Gehaltswunsch oder Arbeitsplatzsicherheit eher schwächelt, steht sie bei Studierenden hoch im Kurs. Wohl auch, weil es der Branche gelingt, sich über eine hohes Maß an struktureller Arbeitnehmerfreundlichkeit zu definieren – flache Hierarchien, schnelle Entscheidungsprozesse, gute Aufstiegsmöglichkeiten. Soweit es die beliebtesten Unternehmen des Start-up-Bereichs betrifft, ist derzeit Berlin der „place to be“. Und sonst? Man darf gespannt sein, wohin sich die Branche in den kommenden Jahren entwickelt. Die Studienreihe „Fachkraft 2020“ bleibt dran.

Bildquelle: STUDITEMPS, Rawpixel.com/shutterstock.com


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